B-Vitamine – für Energie und starke Nerven!

 B-Vitamine – für Energie und starke Nerven!

Vitamine sind lebensnotwendige Stoffe, die vom menschlichen Körper nicht selbst hergestellt werden können. Daher ist der Körper auf die Zufuhr über die Nahrung angewiesen. Die B-Vitamine gibt es in unterschiedlichen Formen und Wirkstoffen. Unterschieden wird dabei zwischen synthetischen Vitaminformen, die weder in der Natur noch in unserem Körper vorkommen. Diese Form muss vom Körper erst umgewandelt werden. Die direkt aktiven, bioidentischen Formen hingegen, entfalten ihre Wirkung sofort.

Was bedeutet Vitamin-B Komplex?

Die Besonderheit der Vitamingruppe ist, dass es sich keineswegs um ähnliche oder gleiche Substanzen handelt. Genau das Gegenteil ist der Fall. Die Stoffe unterscheiden sich sowohl chemisch als auch in ihrer Wirkung. Vom Körper können nur wenige B-Vitamine gespeichert werden, nämlich Vitamin B12 und Vitamin B3. Aber beide Vitamine lagern sich in nur sehr begrenzten Mengen ein.

Die anderen B-Vitamine können von Körper überhaupt nicht gespeichert werden, da sie wasserlöslich sind und aus dem Körper ausgeschieden werden. Auf dieser Erkenntnis heraus sollten die B-Vitamine durch regelmäßige Aufnahme über die Nahrung erfolgen. Die einzelnen Stoffe des Vitamin-Komplexes sind alle unterschiedlich in ihrer Wirkung im Körper. Auch unterscheiden sich die Stoffwechselprozesse, an denen sie beteiligt sind. sehr stark.

Genau betrachtet ist Vitamin B kein einzelnes Vitamin, sondern eine Vitamingruppe. Der sogenannte Vitamin B Komplex setzt sich aus acht verschiedenen Vitaminen zusammen:

Die vielseitigen Aufgaben der B-Vitamine zum Erhalt der Gesundheit unterscheiden sich wie folgt.

Vitamin B1 (Thiamin) das Nervenvitamin

Vitamin B1 hat seine Funktion hauptsächlich im Nervensystem, im Gehirn und im Energiestoffwechsel. Das Thiamin sollte täglich über die Nahrung oder mit Nahrungsergänzungen aufgenommen werden. Jedoch gibt es einige Faktoren, die die Aufnahme des Vitamins aus dem Darm erschweren, wie z. B. Alkoholkonsum oder gewisse Medikamente. Hier sind die Vorräte relativ schnell aufgebraucht, schon etwa nach zwei bis drei Wochen. Durch diese Erschöpfung stellen sich langsam die ersten Symptome eines Vitamin-B1-Mangels ein.

Folgende Aufgaben erfüllt Vitamin B1 im Körper:

  • Thiamin trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei – es dient als sog. Coenzym für fünf Enzyme, die im Glucose-, Aminosäure– und Fettstoffwechsel tätig sind. Ohne Thyamin könnten diese fünf Enzyme ihre Aufgaben nicht erfüllen. Vitamin B1 hilft dabei, das aus der Nahrung Energie hergestellt werden kann. Darüber hinaus ist Vitamin B1 an allen Zellfunktionen, Heilungs,- und Wachstumsprozessen und Muskelaktivitäten beteiligt. Besonders im Glucosestoffwechsel ist Vitamin B1 tätig, denn je mehr Zucker oder andere Kohlenhydrate konsumiert werden, umso mehr Vitamin B1 wird natürlich gebraucht um diese zu verarbeiten.
  • es trägt zur trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems und einer normalen psychischen Funktion bei – Vitamin B1 findet sich in den Zellmembranen der Nervenzellen. Damit ist es zuständig an der Informationsübermittlung zwischen den Nerven und dem Gehirn. Darüber hinaus ist es an der Produktion von Serotonin, dem Glücksbotenstoffhormon beteiligt. Dieser sorgt für eine ausgeglichene Psyche, eine guten Konzentration und einer besseren, geistigen Leistungsfähigkeit.
  • trägt zur normalen Kollagenbildung bei ist an der Bildung des Kollagens beteiligt, das für gesunde Haut, Haare, Knochen, Knorpel und Bänder nötig ist. Denn wenn das Vitamin B1 fehlt, kann es zu einer verzögerten Wundheilung kommen, außerdem kommt es zu verstärkter Faltenbildung,
  • zu einer normalen Herzfunktion bei – ist für den Erhalt des Herzmuskelgewebes von Bedeutung.

Referenzwerte von Vitamin B1:

0 bis unter 4 Monate 0,2 mg 0,2 mg
4 bis unter 12 Monate 0,4 mg 0,4 mg
1 bis unter 4 Jahre 0,6 mg 0,6 mg
4 bis unter 7 Jahre 0,7 mg 0,7 mg
7 bis unter 10 Jahre 0,9 mg 0,8 mg
10 bis unter 13 Jahre 1,0 mg 0,9 mg
13 bis unter 15 Jahre 1,2 mg 1,0 mg
15 bis unter 19 Jahre 1,4 mg 1,1 mg
19 bis unter 25 Jahre 1,3 mg 1,0 mg
25 bis unter 65 Jahre 1,2 mg 1,0 mg
65 Jahre und älter 1,1 mg 1,0 mg
Schwangere 2. Trimester 1,2 mg
Schwangere 3. Trimester 1,3 mg
Stillende 1,3 mg

Die Speicherung im menschlichen Körper, vor allem im Blut, Leber, Niere, Gehirn und in den Muskeln, liegt 25 – 30 mg Thiamin im niedrigen Bereich. Auch die biologische Halbwertzeit beträgt mit 9 bis 18 Tagen eine zu kurze Dauer. Thiamin kommt in allen pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln vor. Eine abwechslungsreiche Ernährung stellt eine angemessene Thiamin-Versorgung sicher.

Eine ausgewogene Ernährung versorgt uns normalerweise mit ausreichend Thiamin (Vitamin B1). Enthalten ist Thiamin in folgenden Lebensmittel:

Sonnenblumenkerne 1,9 mg
getrocknete Erbsen 0,8 mg
Haferflocken 0,59 mg
Rinderherz 0,51 mg
Weizen (Vollkorn) 0,455 mg
Hirse, geschält 0,433 mg
Naturreis 0,41 mg
Roggen, Vollkorn 0,368 mg
Hühnerleber 0,32 mg
Ente 0,3 mg
Rinderfilet 0,1 mg
Weizenmehl Type 405 0,06 mg

Therapeutisch kann Vitamin B1 bei Diabetes, Alzheimer und Herzinsuffizienz eingesetzt werden.

Bei welchen Krankheiten kann Vitamin B1 nützlich in der Therapie sein?

Vitamin B1 Diabetes

Einen Vitamin-B1-Mangel weisen häufig Diabetiker auf. Daher sollte man bei Diabetes auf eine ausreichende Zufuhr mit Vitamin B1 achten. Bereits in Studien konnte nachgewiesen werden, dass sich der Blutzuckerspiegel von Diabetikern, durch eine tägliche Einnahme von 150 bis 300 mg Vitamin B1 senkte. Darüber hinaus konnte in einer weiteren Studie erreicht werden, dass Benfotiamin (120 – 900 mg), im Vergleich zur Placebogruppe, Symptome einer diabetischen Neuropathie linderten. Ebenso konnte die Albuminausscheidung über den Harn reduziert werden. Die Albuminausscheidung ist Marker für diabetesbedingte Nierenschäden.

Vitamin B1 bei einer Herzinsuffizienz!

Vitamin B1 ist von sehr wichtiger Bedeutung für den Energiestoffwechsel. Bei einem Mangel kann sich ein Defizit bis hin zu den als Beri-Beri bekannten Mangelsymptomen zuspitzen. Diese können eine Nervenstörung und auch eine Herzinsuffizienz verursachen oder verschlimmern. Eine Studie von 2006 belegte, dass 33 von 100 Patienten, die an Herzinsuffizienz litten, auch einen Vitamin-B1-Mangel aufwiesen. Zusätzlich kann es zu diesen Symptomen zu einer Herzmuskelschwäche und zu Depressionen kommen. Charakteristisch für den Mangel ist vor allem der Skelettmuskel-Schwund, der sich vor allem an den Beinen durch eine Funktionseinschränkung bemerkbar macht. Das Gehen wird in diesem Fall stark erschwert.

In einer Kontrollgruppe die Herzgesund waren, lag der Mangel bei etwa 12 Prozent. Bei den jeweiligen Herzpatienten besserte sich der Zustand signifikant, wenn man ihnen Vitamin B1 verabreichte. Würde man die Teilnehmer ausschließen, die bereits Vitamin-B1-Präparate einnehmen, dann wäre die Zahl der Mangelpatienten noch höher.

Vitamin B1 bei Alzheimer!

Vitamin-B1-Mangel kann an der Entstehung von Alzheimer beteiligt sein. Denn ein Mangel an Vitamin B1 führt zu erhöhtem oxidativen Stress in den Nervenzellen. Dieser wiederum begünstigt das vorzeitige Absterben von Nervenzellen und die Bildung von Ablagerungen. Einige übliche Mangelsymptome eines B1-Mangels zeigen sich durch Gedächtnislücken, Konzentrationsstörungen und geistige Verwirrung, die leicht an eine Demenz erinnern. Darüber hinaus konnte bereits durch Autopsien herausgefunden werden, dass die Vitamin-B1-abhängigen Enzyme im Gehirn von Alzheimerpatienten nur noch wenig aktiv sind.