Das Endocannabinoid System

Die Erforschung der Hanfpflanze führte zu zuvor unbekannten Prozessen im menschlichen Organismus

Das Endocannabinoid-System ist Teil des menschlichen Nervensystems. Als endogenes Cannabinoid-System bezeichnet, erklärt der Begriff „endogen“ die im Körper stattfindenden Prozesse und nicht die, die auf äußere Einflüsse zurückgehen. Die zentralen Bestandteile des Endocannabinoid-Systems sind die Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2. Eine ebenso bedeutende Rolle spielen die körpereigene Cannabinoide bzw. Endocannabinoide, da diese sich an den Rezeptoren binden und sie aktivieren.

Das Endocannabinoid-System präsentiert ein erstaunliches, körpereigenes, physiologisches Regulationssystem. Denn neben seiner Funktion im Zentralen Nervensystem ist es auch an der Steuerung des Immunsystems und des apoptotischen Zelltods beteiligt. So paradox es klingt, aber der Zelltod ist für das Überleben eines vielzelligen Organismus genauso wichtig wie die Zellteilung. So müssen überflüssige, infizierte, veränderte oder verletzte Zellen aussortiert werden. Eine Apoptose ist also für eine normale Entwicklung und für die Erhaltung eines ausgeglichenen und konstanten inneren Zustand essenziell. Damit bietet das ECS das umfangreichste biologische System von Rezeptoren in unserem Körper.

Die Geschichte des Endocannabinoid Systems

Die beiden israelischen Forscher Raphael Mechoulam und Yehiel Gaoni entdeckten Mitte der 60 Jahre das THC, den wichtigsten psychoaktiven Wirkstoff, den es in der Hanfpflanze gibt. Erst ca. 20 Jahre später wurden spezielle Rezeptoren im menschlichen Nervensystem entdeckt, an denen sich das THC bindet. 1992 gelang es Mechoulam und seinem Team, einen körpereigenen Stoff zu identifizieren. Sie fanden heraus, dass Hirnzellen einen Fettsäure-Abkömmling herstellen, der sich an den Rezeptor bindet und dort den gleichen Effekt auslöst wie THC. Da die Forscher vermuteten, dass dieser Stoff wie das THC die Gefühle beeinflusst, nannten sie ihn Anandamid. Angelehnt an den Begriff „Ananda“ aus dem indischen Sanskrit, dem Wort für Glückseligkeit. Diese Entdeckung war der Startschuss für die bis heute anhaltende Erforschung des Endocannabinoid-Systems. Damit eröffneten die vielen Funktionen des Endocannabinoid-Systems ein breites Spektrum an therapeutischen Nutzen.

Somit ist klar: – was die Hanfpflanze kann, können unsere Nervenzellen schon lange: Cannabinoide produzieren.

Der Aufbau des Endocannabinoid-Systems

Das Endocannabinoid-System ist ein wohldurchdachtes System. Es besteht aus Rezeptoren, endogenen und exogenen Cannabinoiden sowie verschiedenen Enzymen. Sie entfalten ihre Wirkung, indem sie sich an die Cannabinoid Rezeptoren binden und diese aktivieren. Endocannabinoid-System bedeutet zu Deutsch „endogen“ dem Körper entsprechend. „Cannabinoid“ benannt nach den Inhaltsstoffen der Cannabispflanze, jene die zur Entdeckung des Systems führten. Das endogene Cannabinoid-System ist Teil des Nervensystems im menschlichen Organismus. Es handelt sich um ein körpereigenes System, das bestimmte Körperfunktionen wie Emotionen, Schmerzen und Erholung reguliert.

Die körpereigenen Cannabinoid-Rezeptoren umfassen die Rezeptoren CB1 und CB2 mit ihren natürlichen Atomen und Molekülen.

Diese Cannabinoid-Rezeptoren befinden sich in unterschiedlichen Regionen im menschlichen Körper. Sie haben Einfluss auf eine Vielfalt an Prozessen, an denen sie maßgeblich beteiligt sind. Um diese Funktionen anzustoßen brauchen die CB1 und die CB2 Rezeptoren die Endocannabinoide.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Neurotransmittern werden Endocannabinoide nicht in den Nervenzellen gespeichert, sondern sie werden erst im Bedarfsfall hergestellt. Zu den bekanntesten Endocannabinoiden zählt neben Anandamid noch 2-Arachidonylglycerol, abgekürzt 2-AG. Verteilt sind diese Rezeptoren im gesamten Körper.

CB1 verteilt sich überwiegend im Gehirn, aber auch in Organen wie den Nieren oder dem Darm. Eine besonders hohe Konzentration von CB1-Rezeptoren findet sich in der Hirnregion. Dort sind sie verantwortlich für Lern- und Bewegungsprozesse (Basalganglien, Kleinhirn) und für die Informationsverarbeitung im Hippocampus. Damit spielen die CB1-Rezeptoren unter anderem eine wichtige Rolle bei der Motivation, den kognitiven Funktionen sowie bei der Gedächtnisbildung.

Von den CB2Rezeptoren ist bisher bekannt, dass sie insbesondere bei der Immunabwehr und im zentralen Nervensystem eine wichtige Rolle spielen. Bei den CB2-Rezeptoren geht man sogar davon aus, dass sie auch beim Knochenstoffwechsel beteiligt sind, entzündungshemmende Prozesse starten und sogar den Stoffwechsel und das Hungergefühl steuern können.

Die Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems

 

Rezeptoren im Endocannabinoid-System Funktionen der Rezeptoren
CB1 Rezeptor CB1-Rezeptoren befinden sich hauptsächlich

  • im Gehirn, im Bereich des Hippocampus und dem Kleinhirn.
  • In den Lungen
  • im Fettgewebe
  • im Magen-Darm-Trakt
  • in den Muskeln
  • in den Fortpflanzungsorganen
  • in der Leber
  • im Knochenmark
  • in der Bauchspeicheldrüse.

Durch die besonders hohe Konzentration im Gehirn, steuern die CB1 Rezeptoren das Gedächtnis, das Schmerzempfinden, die Empfindung von Freude, die Durchblutung, die Psyche und Bewegungsprozesse.

CB2 Rezeptor CB2-Rezeptoren befinden sich im gesamten Körper

  • in der Milz
  • in den Knochen
  • im Immunsystem
  • in der Haut
  • in der Leber
  • in der Bauchspeicheldrüse
  • im Knochenmark.

Die CB2-Rezeptoren steuern die Entzündungsprozesse und haben Einfluss auf das Schmerzempfinden.

 

Wenn die Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems durch Neurotransmitter stimuliert werden, geben sie dem jeweiligen Rezeptor das Signal im Körper aktiv zu werden. Um die Prozesse im Körper anzukurbeln, brauchen die CB1 und CB2-Rezeptoren, die Endocannabinoide, Anandamid und das 2-Arachidonoglycerol (2-AG).

Die körpereigenen Endocannabinoide Anandamid, Arachidonoglycerol (2-AG) und ihre Wirkung

Im Rahmen einer Cannabis-Forschung hat man die körpereigenen Cannabinoide, Anandamid und 2-Arachidonoylglycerol (2-AG) entdeckt. Die Entdeckung von Anandamid und 2-AG hat erfolgreich die Existenz des Endocannabinoid-Systems nachgewiesen, das vollständig von Cannabinoiden gesteuert wird.

Die körpereigenen Cannabinoide sind zweifelsfrei neuroprotektiv. Neuroprotektiv bedeutet, dass die Nerven- und Gehirnzellen vor einer Schädigung geschützt werden. Endocannabinoide schützen die Nervenzellen nicht nur vor Überregung, sondern auch vor den negativen Auswirkungen des Stresshormons Cortisol, das ebenfalls die Hirnzellen schädigen kann. Dadurch kann es zu einer Funktionsbesserung kommen und helfen, einen Krankheitsverlauf zu verzögern, sodass die Lebensqualität der Betroffenen verbessert wird. Experten vermuten, dass die übergeordnete Funktion des Endocannabinoid -Systems dem Körper hilft, mit Stress fertig zu werden, da die Cannabinoide den Organismus in den Erholungsmodus schalten.

Anandamid – produziert werden die Endocannabinoide wie Omega-3 innerhalb der Körperfettsäuren. Zu den großen Endocannabinoiden gehört das Anandamid, eine endogene Substanz, welche Forscher als erstes entdeckt haben. Anandamid ist eine vierfach ungesättigte Fettsäure, die besonders häufig im zentralen Nervensystem vorkommt. Genau wie THC interagiert Anandamid mit den Cannabinoid Rezeptoren im Gehirn und beeinflusst so das periphere und zentrale Nervensystem. Sofern dem Körper Linolsäure vorliegt, kann der Körper Anandamid selbst bilden. Es wird angenommen, dass Anandamid – ähnlich wie THC, bei der Schmerzregulierung und dem Appetit beteiligt ist. Darüber hinaus hat es eine Bedeutung für das Belohnungssystem und das Empfinden von Freude und Glück. Bei einem erhöhten Anandamid-Spiegel kann das endogene Cannabinoid auch die Genusssteigerung beim Verzehr von Nahrungsmitteln fördern. Darüber hinaus soll Anandamid auch für das hormonelle Gleichgewicht von Bedeutung sein und antidepressive Effekte besitzen. Bei Laboruntersuchungen fand man heraus, dass es ähnliche wie Antidepressivum die Aktivität des Neurotransmitters Serotonin erhöht. Somit kann es möglich sein, depressive Gefühle und Ängste auszugleichen.

Argentinische Wissenschaftler nehmen außerdem an, dass Endocannabinoide wie Anandamid eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Krebs spielen. So wurde festgestellt, dass das Endocannabinoid-System einen großen Einfluss auf das Wachstum von Tumorzellen hat.

Arachidonoglyceroldas zweite wichtige endogene Cannabinoid neben Anandamid ist das 2-Arachidonoylglycerol (2-AG) auf die CB-Rezeptoren im zentralen und peripheren Nervensystem wirken. Insbesondere ist 2-AG ein kompletter Agonist beider CB-Rezeptoren und ein primäres Bindungsmolekül für den CB2-Rezeptor. 2-AG ist Mitglied einer Gruppe von Molekülen. Diese spielen eine komplexe und wichtige Rolle bei verschiedenen Körperprozessen, unter anderem bei der Immunität und bei Entzündungsprozessen. Anders als Anandamid benötigt 2-AG Glycerin anstelle eines freien Amins, um die erforderlichen chemischen Veränderungen vorzunehmen. 2-AG ist das am häufigsten vorkommende Endocannabinoid im Körper und spielt wie Anandamid eine wichtige Rolle bei der Schmerzsteuerung, der Appetitregulierung und im Immunsystem. Es ist eines der beiden am besten untersuchten endogenen Cannabinoide. Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich neben 2-AG und Anandamid möglicherweise noch weitere endogene Cannabinoide befinden.

Binden sich diese beiden Stoffe an die entsprechenden Rezeptoren CB1 und CB2, die in den verschiedenen Organen unseres Körpers vorhanden sind, lösen sie in den entsprechenden Zellen eine Reaktion aus. Es werden die Stimmung, das Gedächtnis, die Konzentration sowie der Appetit und das Schmerzempfinden beeinflusst. Auch bestimmte Aktivitäten erhöhen unseren Endocannabinoid-Spiegel. So kann der Körper mehr Endocannabinoide produzieren, wenn man singt, Bücher liest oder joggen geht. Bei diesen Aktivitäten steigt die Stimmung und der Stresslevel sinkt und man fühlt sich wohl.

Die Regulierung des Endocannabinoid-Systems erfolgt in der Regel durch die endogenen Cannabinoide, also ohne äußere Einflüsse. Jedoch kommt es häufig zu einem Mangel und der Körper muss von außen unterstützt werden. Hier kommen die pflanzlichen Cannabinoide ins Spiel, die das Endocannabinoid-System unterstützen. Nach wissenschaftlichen Stand sind derzeit über 100 Cannabinoide in der Cannabispflanze bekannt. Dabei ist eines der best-untersuchten Cannabinoide das CBD.

Die Funktionen des Endocannabinoid-Systems

Der zentrale Bestandteil des ECS sind die Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2 sowie die körpereigene Cannabinoide bzw. Endocannabinoide. Das Endocannabinoid-System spielt bei vielen Körperfunktionen eine wichtige Rolle. Binden die Cannabinoide an die Rezeptoren des ECS werden eine Vielzahl von physiologischen Reaktionen ausgelöst. Dabei können folgende Bereiche beeinflusst / erreicht werden:

  • Schmerzwahrnehmung
  • Gehirnentwicklung
  • Gedächtnis
  • neuronale Kommunikation
  • Kontrolle der Motorik
  • Herzkreislauf-System
  • Zellteilung
  • Immunsystem
  • Stoffwechsel
  • Neuroprotektiv (Schutz vor Schädigung der Nervenzellen im Gehirn und Rückenmark)
  • Reproduktion
  • Stimmung
  • Schlafprobleme
  • Appetit
  • Verdauung
  • Gedächtnisbildung
  • Entzündungen.

Aufgrund dessen sind die chemischen Verbindungen, die das ECS beeinflussen, potenzielle Therapeutika für die Behandlung von verschiedenen Erkrankungen. So auch zur Therapie von Schmerzen und für die Behandlung von Übergewicht, das als eine der Hauptursachen für viele Erkrankungen gilt. Darüber hinaus wird die Aktivierung verschiedener Neurotransmitter wie Dopamin, GABA, und Glutamat beeinflusst.

Durch genetisch unterschiedliche Ausprägungen von CB1-Rezeptoren, kann es zu Störungen im Körper kommen, die die Anfälligkeit für Suchterkrankungen oder psychische Störungen erhöht. CB1-Rezeptoren sind ebenfalls an der Ausbildung von neuronalen Netzwerken von Bedeutung, so auch an der Embryonalentwicklung. Darüber hinaus für die Verarbeitung aktueller Informationen und für den Zugriff auf das Arbeits- und das Kurzzeitgedächtnis.

Ein Eingriff in das Endocannabinoid-System oder ein Mangel an Endocannabinoiden kann massive Auswirkungen haben und ursächlich für die Entstehung von Krankheiten sein. Unter anderem können bestimmte Arzneistoff die CB1-Rezeptoren blockieren und z. B. Angststörungen auslösen. Ebenso kann ein Mangel Migräne, Fibromyalgie oder das Reizdarmsyndrom auslösen.

Das ECS erfüllt im Körper unterschiedliche Aufgaben – mit einem gemeinsamen Ziel: den konstanten Zustand des inneren Gleichgewichts und die Erhaltung des Gleichgewichts der physiologischen Körperfunktionen. Daher kann es förderlich sein, das Systems bei verschiedenen Beschwerden zu beeinflussen. Etwa durch die Hemmung des Abbaus von Endocannabinoiden oder auch durch die Zufuhr pflanzlicher Cannabinoide (CBD). Damit kann die Konzentration der Endocannabinoide von außen beeinflusst werden.

Die Erforschung des Endocannabinoid-Systems ist vergleichsweise noch sehr jung, daher werden immer wieder neue Erkenntnisse über die Bedeutung des Systems veröffentlicht.

Das Endocannabinoid-System und die Homöostase

Die Homöostase beschreibt einen selbstregulierender Prozess, der dem biologischen System die Stabilität und das Gleichgewicht ermöglicht. Geschehen kann dies nur durch Anpassung an Bedingungen, die bestmöglich fürs Überleben sind. Der Organismus verfügt über Ressourcen, wodurch er sich selbst reguliert. Dabei übernimmt auch einen großen Teil das Endocannabinoide-System. CBD trägt zur Stimulation der Homöostase bei, dabei wird es durch das Endocannabinoid-System ausgeführt. Somit ist CBD eine große Hilfe bei der natürlichen Selbstregulation des Körpers, wenn es darum geht die Homöostase zu aktivieren.

Wie interagiert das Endocannabinoid-System mit CBD, THC und anderen Stimulanzien

Der menschliche Körper produziert seine eigenen Cannabinoide, ob er will oder nicht. Dabei ist nicht entscheidend, ob man schon einmal CBD, THC oder andere Wirkstoffe der Hanfpflanze konsumiert hat. Diese körpereigene Cannabinoide docken an verschiedene, über den Körper verteilte Rezeptoren an und entfalten ihre Wirkung. Interagieren kann das ECS aber auch mit exogenen Cannabinoiden, die in der Cannabispflanze gefunden wurden. Zu diesen gehört CBD, THC, CBN oder CBG. Diese pflanzlichen Cannabinoide binden sich ebenfalls an die Rezeptoren CB1 und CB2 und beeinflussen den Auf- und Abbau der körpereigenen Cannabinoide. Darüber hinaus verstärken oder schwächen sie sich zum Teil gegenseitig in ihrer Wirkung.

Laut Forschung reagieren die Cannabinoide der Hanfpflanze mit dem Endocannabinoid-System auf unterschiedliche Weise. Dabei interagieren die beiden häufigsten pflanzlichen Cannabinoide, THC und CBD, völlig unterschiedlich. So hat zum Beispiel THC psychoaktive Effekte auf den Körper und CBD eben nicht. CBD gilt als Phytocannabinoid, ein Cannabinoid, das von der Hanfpflanze stammt. Die gegenseitige Wirkung zwischen CBD und dem Endocannabinoid System gilt als belegt.

CBD und das ECS

Anders als THC bindet sich das CBD nicht an Rezeptoren. Es arbeitet eher als Hemmstoff für das Enzym FAAH, ein am Endocannabinoid-System beteiligtes Enzym. Dadurch wird zum Beispiel der Abbau von Anandamid verlangsamt, beziehungsweise blockiert, sodass der Glücksbotenstoff länger im Gehirn bleibt. Dadurch können Depressionen und Angststörungen verbessert oder sogar verhindert werden. Bei Patienten mit Schizophrenie konnte ein höherer Anandamid-Spiegel im Nervenwasser auf die Wirkung von CBD zurückgeführt werden. Da das Endocannabinoid Anandamid die Rezeptoren CB1 und CB2 aktiviert, könnte die Verabreichung von CBD die Aktivierung fördern. Damit entfaltet sich eine bessere antipsychotische Wirkung, das bereits in verschiedenen Studien belegt wurde.

Forscher gehen außerdem davon aus, dass Anandamid bei der Behandlung zahlreicher physischer und psychischer Störungen von großem Vorteil sein könnte. Jedoch müssen dazu weitere Forschungen gesichert werden.

Aber auch viele andere Störungen im Körper können mit CBD verbessert werden. Laut deutschen Gesetz wird CBD auch beispielsweise bei Betroffenen eingesetzt, die an Spastiken, Multipler Sklerose oder Epilepsie leiden. Als Arzneimittel findet CBD bei den unterschiedlichsten Erkrankungen Anwendung. Bei folgenden Erkrankungen kann CBD eingesetzt werden:

  • Verringerung und Verhinderung von Entzündungen,

Durch die Interaktion des Körpers mit dem Endocannabinoid-System (ECS) und die dadurch weitreichenden Anwendungsmöglichkeiten rückt CBD immer mehr in den Fokus der Forschung.

Im Gegensatz zum medizinischen Cannabis enthält die Hanfpflanze so gut wie kein THC (Tetrahydrocannabinol). Wird Cannabis konsumiert, bindet der Wirkstoff THC ebenfalls an Cannabinoid-Rezeptoren und entfaltet so seine Wirkung.

THC und das ECS

Der in der Hanfpflanze enthaltene Wirkstoff THC bindet ebenso wie endogene Cannabinoide an die CB1-Rezeptoren. Hierüber nehmen sie Einfluss auf verschiedene Prozesse, die vom Cannabinoid-System gesteuert werden. Während die endogenen Cannabinoide schnell wieder abgebaut werden, verbleibt THC länger im synaptischen Spalt, wodurch es deutlich länger in den Rezeptoren wirkt bis es abgebaut wird. Das wiederum führt dazu, dass das ECS länger aktiv ist.

Hauptsächlich werden die Effekte von THC als psychoaktiv angesehen. Unter anderem verursacht THC die Ausschüttung von Dopamin, jedoch in deutlich geringerem Ausmaß als andere Stimulanzien wie z. B. Kokain. THC betrifft eher die psychologischen Mechanismen des Organismus und hat einen großen Einfluss auf die Gedächtnisleistung und kann eher die Informationsverarbeitung behindern. Auch kann es sowohl Angstzustände als auch Glücksgefühle auslösen.

Das Cannabinoid-System reagiert individuell sehr unterschiedlich, dabei hängt die Art der psychoaktiven Wirkung vom THC, von der Dosis als auch von der Person ab.

Jedoch hat THC nicht nur eine berauschende Wirkung, sondern mittlerweile auch einen medizinischen Nutzen und unterstützt den Körper bei folgenden Beschwerden:

  • Übelkeit,
  • chronische Schmerzen
  • Appetit
  • Asthma
  • Augenerkrankungen wie Glaukom u. v. m.

Auch konnte THC bereits wirksam bei der Krebsbehandlung eingesetzt werden, wobei die Kombination von CBD und THC als effektiver gilt.

Welche Auswirkungen kann eine Endocannabinoid-Mangel auf den Körper haben

Besteht ein Mangel an Endocannabinoiden im Körper, ist das Gleichgewicht des Endocannabinoid-Systems nicht mehr gewährleistet. In der Folge kann es zu schweren Erkrankungen kommen. So wird davon ausgegangen, dass viele Krankheiten auf ein Mangel der Rezeptoren oder Neurotransmitter zurückzuführen sind. Des Weiteren lassen chronische Schmerzen auf ein Ungleichgewicht des Endocannabinoid-Systems schließen.

Folgende Krankheiten können durch einen mangelhaften Cannabinoid-Haushalt ausgelöst werden:

  • Multiple Sklerose
  • Parkinson
  • Alzheimer
  • Depressionen
  • Migräne
  • Dopamin Mangel.

Weiterhin kann eine ECS-Mangel auch die Serotonin-Regulierung beeinflussen, durch die es zu bestimmten Erkrankungen kommen kann.

Zu einigen Erkrankungen gibt es bereits zuverlässige Studienberichte, z. B.:

  • Migräne – die Ursachen für Migräne sind immer noch nicht ausreichend erforscht. Wobei rund zehn Prozent der Bevölkerung unter dieser Krankheit leiden. Man vermutet unter anderem einen Zusammenhang mit dem Botenstoff Serotonin. Die Erkenntnis, dass der Anstieg und Abfall des Serotonin-Spiegels die Symptome verändert, ist dabei ein wichtiger Faktor. Wesentlich beteiligt an der Serotonin-Regulierung ist das Endocannabinoid Anandamid. Anandamid ist unter anderem für seine Schmerz regulierende Wirkung bekannt.
  • Fibromyalgie – dies ist eine neuropsychiatrische Erkrankung. Auch diese Krankheit verursacht Schmerzen, da es hier zu einer gestörten Schmerzverarbeitung kommt. Zu den typisch Symptomen zählen beispielsweise tiefe Muskelschmerzen, Erschöpfung, Konzentrations- und Schlafprobleme. Auch hier vermutet man eine Verbindung mit dem Glücksbotenstoff Serotonin.
  • Reizdarmsyndrom – es handelt sich hierbei um eine Erkrankung, die sich durch Bauchkrämpfe, Blähungen und Durchfall bemerkbar macht. Auch bei dieser Erkrankung haben Forscher ebenfalls entschlüsselt, dass Serotonin das Syndrom beeinflusst. Die Cannabinoid-Rezeptoren im Darm können die Entzündungen und die Überempfindlichkeit reduzieren. Das Serotonin verlangsamt die Bewegungsfähigkeit des Darms und wirkt so gegen die Darmkrämpfe. Damit liegt der Verdacht nahe, dass ein Endocannabinoid-Mangel auch einen engen Bezug zum Reizdarmsyndrom hat.

Klar ist also das ein Endocannabinoid-Mangel das Endocannabinoid-System lähmt. Dadurch bringt es viele Prozesse zum Stocken und das wiederum führt zu unterschiedlichen gesundheitlichen Problemen. Bisher ist auch noch nicht ganz klar, welche weiteren Möglichkeiten Anandamid besitzt und wie die Produktion des körpereigenen Cannabinoid angeregt werden kann.

Welche Möglichkeiten stehen dem Menschen bei einem Endocannabinoid-Mangel zur Verfügung

Zum klinischen Endocannabinoid-Mangel gibt es bisher auch noch keine ausreichend bewiesene Behandlung. Dennoch haben Experten bereits Empfehlungen ausgesprochen – die Zufuhr von exogenen Cannabinoiden (CBD). Der Mensch hat indes die Möglichkeit das eigene System mit zu unterstützen.

Den Darm unterstützen

Ein für das Endocannabinoid-System wichtiger Unterstützer ist laut Experten das Darmmikrobiom und seine Bakterien. Bei Krankheiten kann es daher wichtig sein, den Darm zu schonen. Sei es durch Vermeidung von unnötigen Medikamenten wie Antibiotika oder das Vermeiden entzündungsfördernder Nahrungsmittel wie gebratene Lebensmittel mit Transfetten. Eher sollte der Darm durch Probiotika oder auch mit Lebensmitteln wie etwa eingelegtem Gemüse, Apfelessig, Kokosjoghurt und Milchproduktalternativen unterstützt werden.

Bewegung und Sport

Bewegung und Sport, unterstützt nicht nur den Schlaf und reduziert den Stress, sondern bringt das ECS ins Gleichgewicht. Daher sollte, wer einen Endocannabinoid-Mangel vermutet, versuchen, Sport in den Alltag zu integrieren, die Schlafqualität verbessern und den Stress reduzieren. Zu viele Kalorien können ebenfalls schlecht für das ECS sein. Auch hier bringt Sport die entsprechende Unterstützung.

Nahrungsergänzungsmittel mit exogenen Cannabinoiden (CBD)

Die Frage, ob exogene Cannabinoide eine Vielzahl verschiedener Krankheiten, die durch einen Endocannabinoid-Mangel entstanden sein können, sich lindern oder sogar heilen lassen, ist längst noch nicht abschließend geklärt. Doch einige Forschungsergebnisse lassen bereits hoffnungsvolle Rückschlüsse ziehen. So gewinnt CBD das Ansehen eines als starkes entzündungshemmendes Mittel, Analgetikum und Anxiolytikum. In einigen Ländern wird Cannabis bereits als Medikament gegen Fibromyalgie verschrieben.

Auf dem Markt gibt es Cannabidiol (CBD) in Form von Ölen, Kapseln und Pasten, die den Cannabinoid-Spiegel im Körper positiv beeinflussen können.

CBD ist entgegen dem berauschenden THC nicht psychoaktiv. Auch wird es von der Weltgesundheitsorganisation als gut verträglich eingestuft. THC wird als Alternative zu dem endogenen Cannabinoid Anandamid betrachtet.

Zusammenfassung

Das Endocannabinoid-System ist ein komplexes, bio- chemisches Kommunikationssystem im Körper. Da es viele wichtige Funktionen im menschlichen Körper übernimmt, ist es entscheidend für unser Wohlbefinden. Bislang sind die Forschungen am Endocannabinoid-System nicht endgültig abgeschlossen, sodass es immer wieder zu neuen Erkenntnissen kommt. Fakt ist aber, dass es im menschlichen Körper spezifische Cannabinoid-Bindungsstellen an der Oberfläche der verschiedenen Zelltypen gibt. An diesen Rezeptoren binden sich verschiedene Endocannabinoide und werden dann aktiviert. Durch den Einsatz von medizinischem Cannabis, welche die wirksamste bekannteste Methode, um das Endocannabinoid-System zu stimulieren, werden die körpereigenen Prozesse unterstützt. Die exogenen Cannabinoide THC und CBD interagieren mit dem Endocannabinoid-System und rufen daher in großem Umfang therapeutische Wirkungen hervor.